Mein Entscheid
... für ein kinderfreies Leben

Meine persönliche Geschichte über das ehrliche Hinschauen, das Loslassen eines Lebensbildes … und die Freiheit, die danach entsteht.

Ich war mir sicher.
Oder glaubte es zumindest.

Die ersten 25 Jahre meines Lebens war für meinen Kopf klar:
Ich werde mal heiraten und Kinder bekommen.

Mein erstes Geld verdiente ich mit Babysitten, und ich hatte immer einen guten Draht zu Kindern. Das führte dann auch dazu, dass ich Kindergärtnerin wurde.

Die Frage war nie „ob“. Sondern höchstens wann … und mit wem.

Erst mit ihm stellte ich mir diese Fragen wirklich.

So richtig mit dem Kinderthema konfrontiert wurde ich, als ich mit 28 Jahren meinen Partner kennenlernte.

Er machte von Anfang an deutlich, dass er niemals den Wunsch verspürt hatte, Vater zu sein.

Da ich mich in seiner Gegenwart so sehr zu Hause fühlte wie niemals zuvor bei einem Mann, nahm ich das an … und war dankbar, dass er so offen und ehrlich zu mir war.

Und ich spürte, wie ich zum ersten Mal wirklich innehielt.

Und mir die Fragen stellte:

Jahre des ehrlichen Hinschauens

Unsere Gespräche drehten sich oft um dieses Thema.
Stundenlang … immer wieder.

Im Laufe der Jahre gab es immer mehr Situationen, in denen mir bewusst wurde, dass ich mir ein Leben ohne Kinder gut vorstellen könnte.

Und trotzdem: Ich wollte mir alles offen lassen … und ich vertraute meiner inneren Stimme.

Was ich aber sehr deutlich spürte: Kinder zu bekommen ist die eine Entscheidung, die ich nicht mehr rückgängig machen kann. Deshalb war für mich immer klar:

Ich begebe mich nur dann auf diesen Weg, wenn ich ein absolut ehrliches, bedingungsloses, tiefes JA in mir dafür verspüre. Ohne gesellschaftlichen Druck.

Und dann wusste ich es.

Plötzlich kam die Klarheit … nicht in einem einzigen Aha-Moment.
Sondern schleichend. Leise flüsternd.

Und ganz ehrlich: Ich wollte sie manchmal nicht so recht wahrhaben. Denn die Antwort machte mir auch Angst:

Ich möchte kein Kind.

Man sollte meinen, dass Klarheit sich befreiend anfühlt. Leicht.
Diesmal nicht sofort. Und genau aus diesem Grund unterstütze ich heute auch andere Frauen, die durch diese Fragen, Unsicherheiten und Zweifel gehen.

„Einen Weg wählen hiess andere Wege aufgeben."

Paulo Coelho

Klarheit und Schmerz

Denn auch wenn wir diese Entscheidung gemeinsam getroffen haben … aus tiefer, innerer Klarheit … ist es legitim, dass sich auch der Schmerz zeigt.

Der Schmerz über das Loslassen eines Bildes, das ich mir so lange gemalt hatte.

Dieser Schmerz darf gefühlt werden.

Mein Freund und ich haben uns bewusst für ein kinderfreies Leben entschieden.

Und dieser Entscheid fühlt sich für uns stimmig an … echt und wahr Mit dem Schmerz, der dazugehört. Und mit der Freiheit, die danach entsteht.

Was mich erfüllt:

Ich könnte nicht erfüllter sein

Und doch war dieser Prozess
intensiv und emotional.

Auf diesem Weg habe ich gemerkt, wie wenig Raum es für ehrliche Gespräche über solche Entscheidungen gibt.

Wie viele Frauen mit ihren Fragen alleine bleiben.

Wie gross der Druck oft ist … von aussen, von der biologischen Uhr, von den eigenen Erwartungen.

Erst, als ich selbst an einem Seminar für kinderfreie Frauen teilgenommen habe, wurde mir bewusst, wie wichtig solche Räume sind.

Wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann, wo alles Platz hat … ohne Bewertung, ohne Urteil, ohne Rechtfertigung.

Heute bin ich diese Begleiterin … und öffne genau solche Räume.

Für Frauen, die viel mit sich selbst ausmachen. Die grübeln, abwägen, zweifeln ... und sich fragen, was sie wirklich wollen ... unabhängig von Gesellschaft und Umfeld.

Du musst das nicht alleine durchdenken.

Ich weiss, wie sich das anfühlt …  diese Frage, die einfach nicht loslässt. Und ich weiss, wie viel leichter es wird, wenn man offen darüber sprechen kann.